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Unbeirrbar Richtung Norden: Warum der DAX den „Sell in May“-Fluch einfach ignoriert

Die erste volle Handelswoche im Mai vom 04.05. bis zum 08.05.2026 stand ganz im Zeichen der alten Börsenweisheit „Sell in May and go away“ – doch wer sich strikt daran hielt, schaute dieses Mal schnell in die Röhre. Trotz der saisonalen Unkenrufe präsentierte sich der DAX in einer bestechenden Verfassung und bewies, dass die fundamentale Stärke der Unternehmen aktuell schwerer wiegt als historische Statistiken. Nachdem die Anleger am Montag noch vorsichtig die Fühler ausstreckten, sorgten positive Überraschungen bei den deutschen Auftragseingängen zur Wochenmitte für ein erstes Aufatmen. Die hiesige Industrie scheint den Ölpreis-Schock vom März endgültig weggesteckt zu haben und profitiert massiv von der stabilen Nachfrage aus Übersee.

Das eigentliche Highlight wartete jedoch am Freitag mit dem großen US-Arbeitsmarktbericht (NFP) für April. Die Daten waren ein Paradebeispiel für ein „Goldilocks-Szenario“: Mit 185.000 neu geschaffenen Stellen wuchs der Markt solide genug, um Rezessionsängste im Keim zu ersticken, aber moderat genug, um keinen neuen Inflationsdruck zu erzeugen. Die US-Stundenlöhne blieben stabil, was den Spielraum der Fed für eine Zinssenkung im Juni weiter vergrößerte. Diese Nachricht wirkte wie ein Katalysator: Der DAX zündete am Freitagnachmittag den Turbo, ließ die 26.200er-Marke spielend hinter sich und verabschiedete sich bei einem neuen Rekordstand von 26.378 Punkten ins Wochenende.

An der Wall Street herrschte eine ähnliche Euphorie. Der Nasdaq 100 profitierte von den Nachwehen der starken Apple- und Amazon-Zahlen und setzte seine Kletterpartie ungerührt fort. Während defensive Sektoren wie Versorger eher stagnierten, waren Tech-Werte und zyklische Konsumgüter die klaren Wochengewinner. Zusammenfassend war es eine Woche, die das Vertrauen der Anleger zementiert hat: Der Mai ist bisher kein Monat zum Verkaufen, sondern zum Bestätigen. Die Bullen haben das Momentum auf ihrer Seite und nehmen nun bereits die nächste psychologische Hürde bei 26.500 Punkten ins Visier.

Vielen Dank fürs Mitlesen und einen erfolgreichen Start in die neue Börsenwoche!